Hilgers HfMW jdbs Wiener Staatsoper
 
 


KLASSIK HEUTE

Die Suite für Kammerorchester beginnt
mit einem angemessen fies rezitierten
Dada-Poem zur Einstimmung, mit diversen
tagespolitischen Seiten hieben. So wird
gleich zu Beginn der CD der soziokulturelle Kontext hergestellt. Dann folgen sechs zeitgenössische Modetänze, an denen
ein Leonard Bernstein seine helle Freude
gehabt hätte - „Kunstjazz", brillant auf-
gearbeitet, mit Anspielungen auf Stücke
wie den Bolero (in Tr. 4), andererseits
1921 ein treffend skizziertes Zeitdoku-



ment. Andere Luft atmen die vier Lieder
op. 2, die um 1913 entstanden. Diese
Gesänge erinnern in manchem an den
frühen, von Wagner beeinflussten Schön-
berg und stehen auch Schulhoffs vorheri-
gem Lehrer Max Reger sehr nahe. Er-
staunlich sicher sind die um 1909 noch in
Leipzig entstandenen drei Stücke für Streich-
orchester - eine Elegie im Stile Edvard
Griegs, ein Menuett und ein graziöses
Allegrette namens Pipa tanzt. Die delikat

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